Armin T. Wegner and Armenian Genocide

Fotos des Grauens – Armin T. Wegner

In Deutschland ist der in Elberfeld geborene Schriftsteller und Fotograf Armin T. Wegner heute weniger bekannt als im Ausland. Vor 90 Jahren war er als Krankenpfleger im osmanischen Reich stationiert. Im Spätsommer und Herbst 1915 wurde er zum Zeitzeugen des ersten Völkermordes des 20. Jahrhunderts, der in Konstantinopel begann.

Eineinhalb Millionen Angehörige der christlichen armenischen Minderheit fielen dem Terror zum Opfer. Die Ausrottung lief nach einem systematischen Plan ab. Zunächst wurden Angehörige der intellektuellen Elite hingerichtet: Allein am ersten Tag wurden 2.400 Professoren, Priester, Ärzte, Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler ermordet.

Um auf die grausamen Ereignisse aufmerksam zu machen begann Wegner, die Geschichten der Überlebenden aufzuschreiben und die Gräueltaten zu fotografieren. Heimlich schmuggelte er Hunderte von fotografischen Platten über die Grenze. Aber die Westmächte ignorierten seine Hilferufe. Kein einziges Bild wurde veröffentlicht, keiner seiner Artikel fand Beachtung. Ein Dringlichkeitsbrief an Woodrow Wilson blieb unbeantwortet. – Wegner wurde zum Dienst in den Cholerabaracken strafversetzt.

Zurück in Berlin wurde er Mitbegründer des “Bundes der Kriegsdienst-Gegner”. Im März 1933 appellierte er in einem Brief an Hitler, der Diffamierung und Hetzpropaganda gegen Juden Einhalt zu gebieten … ‘es geht nicht um das Schicksal der jüdischen Brüder allein, es geht um das Schicksal Deutschlands!” schrieb er in weiser Voraussicht. – Wenige Jahre später (1938) beruhigte Hitler die Mitglieder seiner SS-Todesschwadronen in einer Rede: “Wer spricht heute noch vom Genozid an den Armeniern?”

Die Jewish Antidefamation League argumentiert heute, dass eine Veröffentlichung von Wegners Fotos und Berichten den Holocaust zumindest teilweise hätte verhindern können. Die National Armenian Library and Museum of America in Boston, die zahlreiche Fotos von Wegner ausstellt, schließt sich dieser Auffassung an.

Bericht: Silke Haladjian

Producer: David Haladjian

Kamera u. Schnitt: Krikor Haladjian

Für arte tv

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