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Robert Redford Interview zu ‘The Company You Keep – Die Akte Grant’ (Interview Silke Haladjian)

Posted in DOCUMENTARIES, FILM, REPORTS, Video with tags , , , , , , , , on July 25, 2013 by sevencrowsfilms

Redford führt nicht nur Regie, er spielt auch die Hauptrolle, einen ehemaligen ‘Weatherman’, der seit über 30 Jahren unter falschem Namen als Rechtsanwalt arbeitet. Nach der Verhaftung einer alten Bekannten, Sharon Solarz (Susan Sarandon), wird auch er verdächtigt, Anfang der 70iger Jahre an einem bewaffneten Banküberfall teilgenommen zu haben. Seine Tochter gibt er noch schnell in die Obhut seines Bruders in New York, dann begibt er sich auf die Flucht vor dem FBI und einem jungen Reporter, Ben Shepard von der Albany Sun Times (gespielt von Shia La Beouf). Die ‚Weathermen’ waren eine studentische Terrororganisation, die ähnlich wie die RAF gegen das System und den Krieg in Vietnam kämpfte. Jim Grant (Redford) wird vorgeworfen, einen Wachmann erschossen zu haben.

Grant flieht in die entlegensten Ecken des Kontinents, um alte Freunde (alle Ex-Weathermen) ausfindig zu machen (wir sehen viele bekannte Gesichter – u.a. Nick Nolte, Julie Christie, Sam Elliott, Chris Cooper), die ihm helfen können, seine Unschuld zu beweisen. (Silke Haladjian, for further publication contact silke.haladjian@gmail.com)
Copyright – Seven Crows Films, USA, 2013

Summer of Love

Posted in DOCUMENTARIES, FILM, REPORTS, Uncategorized, Video on May 26, 2010 by sevencrowsfilms

Samstag, den 14.07.2007

19:20 Uhr 3sat

Kulturzeit extra: Summer of Love –

die Menschen hinter dem hinter dem Mythos

Film von Silke Haladjian
Erstausstrahlung

Mitte der 1960er Jahre strömten Zehntausende von Jugendlichen nach San Francisco. Nach der McCarthy-Ära hatte sich eine Gegenkultur entwickelt, die ihren Höhepunkt im Sommer 1967 hatte. Zum Zentrum der Alternativkultur des “Summer of Love” wurde Haight-Ashbury, ein etwas heruntergekommenes Viertel im Westen San Franciscos, jener Stadt, deren Pioniergeist, kulturelle Atmosphäre und linksliberale Traditionen wie ein Magnet wirkten. Einer der Höhepunkte war das erste große Open-Air-Rockfestival Monterey Pop. Der dreitägige Event in der kleinen Küstenstadt südlich von San Francisco versammelte bis zu diesem Zeitpunkt nur lokal bekannte Bands – darunter Janis Joplin und ihre Band, Big Brother and The Holding Company, Jefferson Airplane, Jimi Hendrix und The Mamas and The Papas – doch fast allen gelang mit ihren spektakulären Auftritten der Durchbruch. Scott McKenzies “San Francisco (“Be Sure to Wear Some Flowers In Your Hair)” wurde in diesem Sommer zum weltweiten Hit und zur Hymne der Flower-Power-Bewegung.
40 Jahre danach erinnert “Kulturzeit extra: Summer of Love” an den Beginn der Hippie-Bewegung. Zu sehen sind Konzertausschnitte von Jefferson Airplane, Santana, Janis Joplin,Chicago, The Who und Jimi Hendrix, die zum Teil noch nie im deutschen Fernsehen zu sehen waren. Zu Wort kommen Joan Baez, der Filmemacher D. A. Pennebaker, der Musiker Gregg Allman, die Fotografen Baron Wolman und Michael Zagaris sowie der Archivar Bill Sagan.

3sat
Dokumentation
Kulturzeit extra

“Steigt aus und arbeitet für eine Kommune

“Kulturzeit extra”: Summer Of Love – Teil 2

Das Medium der Blumenkinder war das im Herbst 1966 erstmals erschienene “Oracle”, ein Blatt, das bald weit über die Grenzen des kleinen San Franciscoer Viertels Haight-Ashbury hinaus über die vielen Aktivitäten der Alternativszene berichtete. “Die ‘Oracle’ war voll von Philosophie, Kunst und Dichtung, Visionen und Idealismus, um gegen den Materialismus der 60er Jahre und das Bewusstsein des Kriegszustands zu kämpfen”, sagte der Gründer des Blattes, Allen Cohen, 1997 in einem Interview.

Eine andere Alternativzeitschrift, der “Rolling Stone”, war zu dieser Zeit in Vorbereitung. Das Konzept, über Politik und Rock’n’Roll zu berichten, stammte von dem 21-jährigen Studenten Jann Wenner. Er machte den “Rolling Stone” zum lukrativen Sprachrohr der Rock’n’Roll-Industrie, die sich später aus der frühen alternativen Hippie-Szene entwickelte. Auch Allen Ginsberg und Timothy Leary veröffentlichten Artikel für “Oracle”, das nach nur zwölf Ausgaben einging. Und das obwohl keiner der meist anonym arbeitenden Autoren und Künstler bezahlt wurde.

Die Bildmotive waren eine Mischung aus psychodelischer und fernöstlicher Kunst und Philosophie. Mark Weiman, Herausgeber der 400 Dollar teueren Facsimile-Ausgabe der historischen Hippie-Zeitung, pflegt bis heute sein Marihuana. Er berichtet: “Die Mitarbeiter der ‘Oracle’ trafen sich und arbeiteten so lange, bis sie eine Ausgabe fertig hatten. Aber sie konnten einfach ihre Termine nicht einhalten und wurden daher auch nicht so erfolgreich wie der ‘Rolling Stone’. Was bedeuteten schon Deadlines, wenn wir uns in einer kosmischen Zeitrechnung bewegen? Was bedeutet da schon Zeit? Aber sie nahmen nicht genug Geld ein, weil sie kein klares Konzept fürs Geschäft hatten. Sie waren wirklich der Auffassung, dass alles umsonst sein sollte.” Es sei eine einzigartige Zeit gewesen, so Weiman, “und deshalb sagte Leary auch: ‘Ihr braucht keine höhere Ausbildung, keinen Job. Steigt aus und arbeitet für eine Kommune’.”

Genügsames Kommunenleben

Das Kommunenleben in Haight-Ashbury war genügsam. Ein paar kleine Jobs und ein paar Deals mit Marihuana reichten aus, um die Miete zu bezahlen. Alle waren dem Aufruf eines Psychologie-Professors gefolgt. Die Zeitschrift “Oracle” hatte schon im Januar das “First Human Be-In”, das erste große Sit-In, im Golden Gate Park promotet. Zu diesem “Gathering of the Tribes”, der Versammlung der “Stämme”, kamen mehr als 30.000 Blumenkinder, um Love and Peace zu feiern. Zum ersten Mal formulierte Psychologie-Professor und LSD-Aktivist Timothy Leary den Aussteiger-Slogan öffentlich: “Turn On, Tune In, Drop Out!”

Von da an begannen die US-Medien über die Szene zu berichten. Mit ihren bunten Klamotten und langen Haaren gaben die Blumenkinder der Counterculture zum ersten Mal ein Gesicht. Zuvor hatten sich die Medien vor allem auf Beatnik-Autor Allen Ginsberg, eine der Schlüsselfiguren des Events, konzentriert.

“Hippie” von “Hipster”

Zu diesem Zeitpunkt hatten die jungen Wilden noch keinen Namen. Erst kurze Zeit später prägte ein Redakteur der “San Francisco Chronicle” den Begriff “Hippie”, abgeleitet von “Hipster”. “Hipster” waren die Nachfolger der Beatniks, der Bohème der 50er Jahre, die ursprünglich in New Yorks Greenwich Village lebte.

“Wir kannten uns alle”

Baron Wolman und Michael Zagaris waren die ersten Fotografen für die Zeitschrift “Rolling Stone”. Beide wohnten und arbeiteten mitten in Haight-Ashbury, waren Teil der Szene, in der jeder jeden kannte. Noch heute treffen sie sich regelmäßig in ihrem alten Viertel. Baron Wolman berichtet: “Ich lebte damals in Haight-Ashbury. Mein Atelier war in meinem Haus. Jeden Morgen ging ich hinunter in die Haight Street, um zu sehen, was los war. Die Hippies gingen die Straße hoch und runter. Manchmal blockierten sie die Straße. The Grateful Dead lebten zwei Blocks entfernt, Janis Joplin wohnte drei Blocks von mir. Jefferson Airplane wohnten auch in Haight-Ashbury. Wir kannten uns alle. ‘Kann ich ein Foto machen? Kein Problem.'”

Sein Kollege Michael Zagaris meint: “Wir hatten fast einen Bürgerkrieg. Es kam zu Aufständen in den Ghettos. Die Musik veränderte sich. Die ganze psychodelische Bewegung begann. Die Leute fingen an, psychodelische Drogen zu nehmen. Marihuana war überall verbreitet. Die ganze Kultur veränderte sich vor unseren Augen.”

Das galt vor allem für die Musik. Zwei Tanzsäle wurden die kulturellen Zentren der Hippies: Bill Grahams Fillmore Auditorium und Chet Helms Avalon Ballroom, beide im schwarzen Fillmore Distrikt gelegen. Publikum und Musiker wie Jefferson Airplane liebten die intime Atmosphäre. Alle Bands wollten hier spielen. Acid, kleine LSD-Pillen, wurden regelmäßig ins Publikum geworfen wie Bonbons.

Sex, Drugs & Rock’n’Roll

“Kulturzeit extra”:

Summer Of Love – Teil 3

Genau genommen begann alles zwei Jahre vor dem eigentlichen “Summer of Love”. Fünf Autostunden östlich von San Francisco liegt das alte Silberminenstädtchen Virginia City im Bundesstaat Nevada. Hier wurde im Sommer 1965 das erste Mal Acid Rock gespielt und LSD kam in Umlauf. Im Red Dog Saloon trat die erste psychodelische Rockband auf, die von George Hunter gegründeten Charlatans. Es waren die ersten bezahlten Gigs für eine Rockgruppe der San Francisco-Szene.

Um die Veranstaltungen anzukündigen, entwarfen George Hunter und Charlatan Gitarrist Mike Ferguson ihre eigenen Plakate. Sie waren die Vorläufer der psychodelischen Poster Art. Jefferson Airplane, Quicksilver Messenger Service, The Grateful Dead und Big Brother and The Holding Company mit Janis Joplin verdienten alle im Red Dog Saloon das erste Geld mit Musik.

Während Haight-Ashbury noch im Dornröschenschlaf schlummerte und die Künstlerszene Sand Franciscos sich im North Beach Distrikt traf, lieferte Bill Ham im Red Dog Saloon die ersten seiner legendären Light-Shows ab. Er arbeitet noch immer. Ursprünglich war er Maler, kam jedoch auf die Idee, seine Kunstwerke an Wände zu projezieren. Für seine ersten Installationen benutzte er alte Projektoren, die das Militär ausrangierte. “Zusammen mit den Musikern kreierten wir in den Tanzsälen spontane Live Events”, berichtet Bill Ham. “Es war eine simultane Visualisierung der Musik mit Hilfe von Lichteffekten, die den ganzen Saal einhüllten. Die Leute von Cream zum Beispiel, Eric Clapton und der Bassist – sie erinnern sich beide, wie sie in dieser Situation spielten und an die Freiheit, die ihnen diese Atmosphäre gab, lange, improvisierte Songs zu spielen.”

In San Francisco begann alles im Fillmore Distrikt

Erst Ende 1965 verlagerte sich die Szene vom Red Saloon in die Pine Street nach San Francisco. Die ersten psychodelischen Rockmusiker und Plakatkünstler lebten fast alle im Fillmore Distrikt, der direkt an Haight-Ashbury grenzt. Bill Ham ist heute der letzte Hippie, der noch in der Pine Street wohnt. Damals war es eine große Kommune, The Family Dog, zu der die Charlatans, Big Brother and The Holding Company, Janis Joplin und die ersten Plakatkünstler Alton Kelley und Stanley Mouse gehörten. Treibende Kraft der Family Dog-Gemeinschaft war Chet Helms.

Die meisten von ihnen lebten im so genannten Dog House. Gemeinsam mit den anderen Bewohnern begann Helms in den alten Salons der Villa Partys mit Live Musik, Tanz und Licht Shows zu organisieren. Und er brachte eine junge Frau von Texas nach Kalifornien, die bald eine Ikone der Bewegung wurde: Janis Joplin.

Nach den ersten erfolgreichen Partys nahm Helms 15 Cents Eintritt, um seine Unkosten zu decken. Doch bald kamen so viele Leute zu den Tanzveranstaltungen, dass Chet Helms den Avalon Ballroom mietete. Die Plakatkünstler Stanley Mouse und Alton Kelley gestalteten die Poster, um die Veranstaltungen anzukündigen.

Dutzende Plakate designed

Stanley Miller, genannt “Mouse”, kam damals aus Detroit nach San Francisco und wurde schnell zu einem wichtigen Mitglied der ersten Avantgarde-Künstler. Sein Studio hat er heute außerhalb von San Francisco. Gemeinsam mit Kelley designte er Dutzende von Plakaten fürs Avalon, später auch fürs Fillmore. Er malt heute noch Poster für Veranstaltungen und arbeitet auch für den “Rolling Stone”. Der grinsende Totenkopf der beiden Plakatkünstler wurde zum erfolgreichen Logo der Grateful Dead. Inspiration war eine Edmund Sullivan-Illustration in dem persischen Gedichtband “Rubaiyat” von Omar Khayyam. “Wir haben die Plakate für diese großartigen Bands gemacht”, erinnert sich Stanley “Mouse” Miller. “Das beste war, dass wir freien Zugang zu ihren Ankleideräumen hinter der Bühne hatten. Wir verbrachten viel Zeit mit den Musikern. Sie traten jeden Donnerstag-, Freitag-, Samstag- und Sonntagabend auf, jede Woche. Im Avalon und im Haus der Family Dog tanzten die Leute. Alle kamen, gut gekleidet, und tanzten. Und alle waren ‘high’. Es war fantastisch.”

Linkshänder Alton Kelley spezialisierte sich auf das Design der Buchstaben, “Mouse” malte mit rechts und hatte Talent im Zeichnen. “San Francisco ist nur elf mal elf Kilometer groß, eben diese kleine Halbinsel”, meint Kelley. “Wir hefteten überall unsere Plakate an, sie waren sehr effektiv. Wenn man so etwas in New York City machen würde, müsste man 10.000 Poster verteilen. Es war wohl die überschaubare Größe von San Francisco, die diese Art der Werbung möglich machte. Man konnte einige an der Universität von San Francisco aufhängen, andere auf Haight Street und den Rest in Berkeley an der Uni. Und die Leute kamen.”

Bei den Grateful Dead war immer etwas los

Etwa zur selben Zeit zog die Kommune der Grateful Dead in die Ashbury Street. Und Baron Wolman begann, die neue Musikszene zu fotografieren. Bei den Grateful Dead war immer etwas los, erinnert er sich heute – Musiksessions, Partys. Regelmäßig gab es Polizeirazzien in ihrem Haus wegen Verdacht auf Marihuanahandel. “Überall hörte man Musik. Leute spielten im Park, zu Hause. Überall wo sie nur konnten”, berichtet Baron Wolman. “Es war kein Geschäft. Sie spielten Musik, weil es ihnen Spaß machte. Es war, als ob Popmusik entdeckt und die alte Rock-Musik wiederentdeckt und neu interpretiert wurde.Und alles passierte am Rande dieser großen gesellschaftlichen Veränderungen. Es war aufregend. “Eine der erfolgreichsten Gruppen des San Francisco Rock waren zum Beispiel Jefferson Airplane mit der Frontfrau Grace Slick.

Fast alle experimentierten mit Drogen

Bis zum 6. Oktober 1966 war LSD in Kalifornien legal und billig zu kaufen. Fast alle experimentierten mit bewusstseinserweiternden Drogen, oft mit großer Naivität. Ken Kesey und die Merry Pranksters fuhren mit ihrem buntbemalten Bus namens “Furthur” herum und veranstalteten so genannte Acid Tests, große Partys, auf denen die neuen Drogen ausprobiert wurden. Sie transportierten auch die Ausrüstung der Grateful Dead von Auftritt zu Auftritt.

Es war diese relativ kleine Gruppe von Musikern und Plakatkünstlern, Aktivisten und Aussteigern, die die Hippiebewegung ins Rollen brachte. Zehntausende von Jugendlichen schlossen sich der Szene an. Inspiriert wurden die ersten Hippies von den Texten der Beatnik-Autoren, von Bob Dylan und von der Musik und dem politischen Engagement der Folksängerin Joan Baez.

“Der perfekte Sturm”

“Kulturzeit extra”: Summer Of Love – Teil 4

Während die ersten “Blumenkinder” Musik hörten und mit Drogen experimentierten, eskalierte der Krieg in Vietnam. Ab 1965 verdreifachte Präsident Lyndon Johnson die Anzahl der Truppen. Mehr als eine halbe Million junger US-Amerikaner kämpfte während des US-“Summer of Love” 1967 in Südostasien. Während die Hippies in Haight-Ashbury an Flower Power glaubten, demonstrierten auf der anderen Seite der Bucht von San Francisco, in Berkeley, Studenten, zunehmend auch farbige Studenten, gegen den Krieg.

Täglich rollten Züge durch Oakland und Berkeley. Die Bay Area war eine der größten Sammelstellen für die 20.000 Rekruten, die in dieser Zeit jeden Monat direkt in den Krieg im Dschungel Vietnams ausgeflogen wurden. Schon 1964 protestierten Studenten der Universität von Berkeley für das Free Speech Movement, für das Recht auf politische Meinungsäußerung.

Die Folksängerin Joan Baez spielte eine aktive Rolle in dieser Bewegung. “Ich schloss mich der Bewegung in Berkeley wegen des Free Speech Movements an”, berichtet sie heute. “Es war wirklich aufregend. Und interessant. Sie nahmen die Leute erst fest, als ich gegangen war, um 2, 3 Uhr morgens. Ich glaube, sie wollten niemanden, der einen Namen hatte, verhaften, und sie wollten sich nicht abgeben mit jemandem, der ohne Gewalt protestierte. Sie wussten einfach nicht, was sie machen sollten.”

Die Kluft zwischen den Generationen wird größer

Die friedlichen Demonstrationen verwandelten sich jedoch schnell in offene Konfrontationen. Junge US-Amerikaner hatten das Vertrauen in ihre Regierung verloren. Die Kluft zwischen den Generationen wurde immer größer. Es war eine explosive Zeit. Polizei und Studenten lieferten sich Straßenschlachten. “Sieg Heil” riefen Demonstranten in Berkeley herausfordernd. Für sie waren die Taktiken ihrer Regierung vergleichbar mit denen der Nazidiktatur.

Die Middle-Class war entsetzt und mit ihr der Kandidat für den Gouverneursposten von Kalifornien: Ronald Reagan. 1966 sagte er bei einer Rede an der University of Berkeley: “Mir liegt hier der Bericht des Staatsanwalts von Alameda County vor: Es geht um eine Tanzveranstaltung, die vom Vietnam Day Komitee gesponsert, von der Universität als Studentenaktivität genehmigt und in der Männerturnhalle der Universität von Kalifornien veranstaltet wurde. Der Vorfall war so schlimm, so abwegig von menschlichen Verhaltensnormen, dass es unmöglich ist, Ihnen Einzelheiten von diesem Podium aus zu schildern. Es gibt klare Beweise, dass es Dinge gab, die man auf einem Universitäts-Campus nicht erlauben sollte.

Hier einige Auszüge: ‘Eine Menge von mehr als 3000 Menschen, darunter auch Minderjährige, kamen zu der Tanzveranstaltung. In der Mitte des Turnhalle spielten drei Rock’n’Roll-Bands alle gleichzeitig durchgehend während des Tanzes. Und auf zwei Leinwänden wurden Filme projiziert. Diese Filme waren die einzige Lichtquelle in der Turnhalle. Sie bestanden aus Farbsequenzen, die aussahen als ob sich verschiedenfarbige Flüssigkeiten auf der Leinwand ausbreiteten. Es folgten Aufnahmen von Männern und Frauen, gelegentlich Aufnahmen von weiblichen und männlichen nackten Oberkörpern, und Personen, die sich auf sexuell provokative Art und Weise bewegten’.”

Täglich wurden Dutzende Demonstranten festgenommen

Zwischen den Hippies in Haight-Ashbury und den radikaleren Studenten in Berkeley gab es viele Verbindungen. Auch die Hippies organisierten Antikriegs-Demonstrationen, wenn auch gelassener und in kleinerem Ausmaß. In Berkeley und Oakland gab die Regierung neuen Rekruten Polizeischutz, um sie gegen Hunderte von Wehrdienstgegnern zu schützen. Täglich wurden Dutzende von Demonstranten festgenommen, unter ihnen auch Joan Baez.

Es gab aber auch Leute, die sich freiwillig nach Vietnam meldeten und sich offene Konfrontationen mit Kriegsgegnern lieferten. Es sei eine ernsthafte, dynamische, kreative und sorgenvolle Zeit gewesen, meint Joan Baez heute. “Es war wie der perfekte Sturm. Alles passierte im selben Moment. Letztlich drehte sich alles um Vietnam.” Die Demonstrationen, die mit dem Free Speech Movement in Berkeley angefangen hatten, weiteten sich bald auf andere US-Metropolen und College Campuses aus. In vielen Städten herrschten bürgerkriegsartige Zustände. Es gab Verletzte und Tote.

Im Juni 1967 wurde Muhammed Ali wegen Kriegsdienstverweigerung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Seine Weigerung war eine Reaktion auf die Tatsache, dass in Vietnam gemessen am Bevölkerungsanteil mehr Afro-Amerikaner als Weiße dienten und starben. Das war Öl ins Feuer der radikalen Bürgerrechtsbewegung der Black Panther mit ihren Zentren in Oakland und dem Fillmore Distrikt. Hippies und Berkeley Studenten unterstützten die Bewegung teilweise. Und selbst ein prominenter Schauspieler wie Marlon Brando sprach sich für die Forderungen der Black Panther aus.

14.07.2007 / Silke Haladjian für Kulturzeit

Chris Hulsbeck

Posted in DOCUMENTARIES, FILM, REPORTS on April 19, 2010 by sevencrowsfilms

Ch2

Bericht: Silke Sippel

Kamera u. Schnitt: Krikor Haladjian

Zweite Kamera: David Haladjian

Portrait: Chris Hülsbeck

Der Komponist im Gespräch mit neues

Die Japaner erkannten in den 90iger Jahren als erste, dass sich die Musik von Computer- und Videospielen erfolgreich als live Event aufführen lässt. Die überwiegend jungen Besucher waren begeistert, die Musik ihrer Lieblingsspiele in einem Konzertsaal zu hören, repräsentiert von großen Kammerorchestern.

Auf gute Resonanz stießen wenig später auch die Eröffnungskonzerte der Leipziger Game Convention, gespielt vom tschechischen nationalen Symphonieorchester. Das Repertoire stammte überwiegend von japanischen Komponisten, aber bereits auf der ersten Spielemesse 2003 wurde auch die Musik eines Deutschen gespielt: Chris Hülsbecks ‚Apidya Suite’‚ später auch seine Titel aus der Turrican-Reihe und der ‚Giana Sisters

Chris Hülsbeck

© Krikor Haladjian

Am 23. August findet jetzt in Köln ‚Symphonic Shades – Chris Huelsbeck in Concert’ statt, ein Konzert, dass ganz dem deutschen Spielekomponisten gewidmet ist. Für die 120 Mitglieder des WDR Rundfunkorchesters ist es eine willkommene Abwechslung von ihrem sonst eher klassischen Repertoire. Geleitet wird das Konzert von Arnie roth, dem Star Dirigenten der Spielemusik. Das gesamte Konzert wird live im WDR 4 übertragen und es wird auch als CD aufgenommen.

Am selben Tag wird ein Teil seiner Musik auch in San Francisco live aufgeführt. Dort veranstaltet der junge Amerikaner Jason Michael Paul „Play: A Video Game Symphony“.

Als Chris Hülsbeck als Teenager begann, steckte die Spieleindustrie noch in den Kinderschuhen. Die Musik bestand oft aus einfachen Variationen eines Synthesizers. Chris war einer der ersten, der begann, ‚richtige’ Musik für die Handlung der Spiele zu komponieren. Ein neues Genre entstand. – In der Zwischenzeit hat er sogar für ‚Star Wars’ bei LucasArt gearbeitet und ist Music Director bei Factor Five.

Nach Japan ist San Francisco eines der wichtigsten Zentren für Videospiele-Produktionen. Eine Viertelstunde nördlich von der Golden Gate Bridge hat Factor Five seine Studios, ein von fünf Deutschen ursprünglich in Köln gegründetes Unternehmen für Video Games und Computersoftware

© David Haladjian

Der aus Kassel stammende Spiele-Komponist ist Music Director bei Factor 5. – Spielefans kennen ihn: als er noch in Deutschland lebte schrieb er einige der bekanntesten Melodien für den Commodore 64 und Amiga, u.a. für ‚The Great Giana Sisters’ und die ‚Turrican’-Reihe. Seit zehn Jahren lebt und arbeitet er hier in San Rafael, Kalifornien.

Game Musik zu schreiben ist ein kreativer aber gleichzeitig auch sehr technischer Prozess. Gerade diese Verquickung von High Tech und Kunst fasziniert Huelsbeck. Schon als Teenager tüftelte er mit Musik und Technik, komponierte und schrieb von Anfang an seine eigene Software. „Als In-House-Komponist habe ich natürlich den Vorteil, dass ich wirklich die ganze Zeit bei der Spieleentwicklung dabei bin“, sagt Chris Hülsbeck. „Von den ersten Konzepten an bis zu den ersten Demos kann ich ja alles sehen. Und es gibt also Storyboards, Skizzen und Art Work, die man sich also schon angucken kann. Und da kommen mir dann meistens die ersten Ideen musikalisch.“ Meistens denken wir nicht darüber nach, aber es sind vor allem die Musik und auch die Soundeffekte, die den Spieler emotional am meisten ansprechen, ihn durch die Handlung der virtuellen Abenteuerwelten führen und seine Entscheidungen für den Spielverlauf beeinflussen.

Chris erklärt – ‚So jetzt kommt man in die nächsten Teile der Story, und die Musik soll sich natürlich auch anpassen. Das ist dann auch die Aufgabe von mir als Music Director, das möglich zu machen.’ Jede Dialog- und jede Actionszene soll auch musikalisch reagieren, eine komplexe Aufgabe, die mit dem Komponieren fuer Spielfilme vieles gemeinsam hat. – In den USA gilt Chris Hülsbeck mittlerweile als der ‚Hans Zimmer der Gamemusik’.

Chris Hülsbeck hat eine Vorliebe für melodiöse Passagen. Er findet, dass der Klang eines philharmonischen Orchesters die Stimmung der Fabelwelten musikalisch am besten ausdrückt. „Die Videospielindustrie hat sich wirklich in den letzten Jahren ziemlich stark an Hollywood angenährt“, sagt der Komponist. „Also von den Produktions-Möglichkeiten her, von den Budgets steht es inzwischen einer Hollywoodproduktion kaum noch nach. Und da kommt natürlich auch die Orchesterproduktion mit ins Spiel“. In San Francisco traf Hülsbeck vor zwei Jahren den Kaffeehaus-Besitzer und Spielekonzertpromoter Jason Michael Paul. Der war von der Musik des Deutschen so begeistert, dass er heute regelmäßig Stücke von Hülsbeck in seiner Serie ‚Play: A Video Game Symphony’ spielt. Eine besondere Ehre für Chris Hülsbeck. In den USA und Europa haben Konzertveranstalter erkannt, dass sich Spielemusik ausgezeichnet für Orchesterkonzerte eignet. Chris Hülsbeck meint dazu: „Da war die Resonanz auch ziemlich gut von den Orchestern und den Orchester-Managern, die auf einmal gesehen haben, dass es ein völlig neues Publikum gibt, (das) die da halt in den Konzertsaal kommen und sich eben ein Orchester anhören. Das ist auf jeden Fall eine superpositive Entwicklung, auch für die Orchester.“

15.08.2008 / 3sat/neues |

Bericht: Silke Haladjian

Kamera u. Schnitt: Krikor Haladjian

Hollywood And The Holocaust

Posted in FILM, NEWS FEATURES, REPORTS with tags , , , , , , , , on March 5, 2010 by sevencrowsfilms


© Krikor Haladjian

« Le Liseur » avec David Kross, Kate Winslet, Stephen Daldry (gauche à droite)
Les grands studios américains réservent pour l’hiver le meilleur de leur production.
À cette saison, même Hollywood ne craint pas d’aborder des sujets graves, complexes.

C’est ainsi qu’il y a un demi-siècle, les studios californiens avaient  produit deux œuvres majeures sur la Shoah : « Anne Frank » et « Jugement à Nuremberg ». Depuis, cette nécessité intérieure de montrer au cinéma l’horreur de cette époque n’a jamais disparu. Il est vrai que les histoires de la Shoah ne pourront jamais toutes être racontées. En ce seul hiver 2008-2009, six films sont sortis sur ce seul thème, parmi lesquels « The Reader » (« Le Liseur »), adapté du best-seller du juriste et écrivain allemand Bernhard Schlink. Le film sera projeté hors compétition à la Berlinale dont il promet d’être l’un des temps forts. Il sortira sur les écrans allemands le 26 février et sera dans les salles françaises à partir du 1er avril 2009.
David Kross, étoile montante du cinéma allemand, est très convaincant dans le rôle principal. Il interprète Michael Berg, un lycéen de 15 ans qui tombe éperdument amoureux et découvre la sexualité. Hanna (Kate Winslet), receveuse de tramway, a plus du double de son âge. Elle ne lui dit rien de sa vie, le tient à distance sur le plan émotionnel, exerce sur lui une certaine domination. Lunatique, elle aime la voix de Michael et lui demande souvent de lui faire la lecture, en préliminaire. Un jour, elle disparaît… Huit ans plus tard, Michael, étudiant en droit, revoit Hanna à l’occasion d’un procès… sur le banc des accusés. Elle aurait travaillé comme gardienne dans un camp de concentration.
C’est la première fois qu’un auteur allemand fournit un sujet sur la Shoah pour un film américain. Annette Insdorf, critique de cinéma américaine enseignant à l’Université de Columbia, étudie depuis de nombreuses années le traitement et la réalisation filmique des sujets sur la Shoah. Elle a récemment fait paraître un nouvel ouvrage intitulé « Indelible Shadows: Film and the Holocaust »
« Metropolis » s’entretient avec Kate Winslet, Bernhard Schlink et Annette Insdorf : la représentation de la Shoah au cinéma a-t-elle évolué depuis les premiers films sortis il y a un demi-siècle.
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Un sujet de Silke Sippel
Cinematographie, Montage  Krikor Haladjian
Tel: 203 426 7770