Archive for the REPORTS Category

Dennis Muren – Special Effects Guru

Posted in REPORTS on April 13, 2010 by sevencrowsfilms

Bericht: Silke Sippel

Kamera u. Schnitt: Krikor Haladjian


Als Dennis Muren in den 60iger Jahren begann, mit Special Effects fuer seine selbstgedrehten kleinen Filme zu experimentieren, gab es weder Videokameras, Computer noch Buecher ueber Trickfilmerei. Eine Karriere aus seinem Hobby zu machen – daran dachte er schon gar nicht. Was fuer ein Beruf sollte das sein? Heute ist er Special Effects Supervisor bei Industrial Light & Magic. Mit Lucas und Spielberg hat er insgesamt fast zwei Dutzend Filme gedreht, unter anderem die Star Wars Movies, E.T. und Minority Report. Special Effects nehmen einen immer groesseren Raum ein und mehr als 90% aller “Tricks” sind heute computergeneriert

Die Special Effects Leute von Industrial Lights & Magic leben und arbeiten in sicherer Entfernung von Hollywood – in San Francisco. Special Effects Guru Dennis Muren hat im Laufe der Jahre acht Oscars gewonnen; dennoch ist sein Name nur in Insiderkreisen bekannt. Zwei sehr unterschiedliche Teams arbeiteten parallel an der Produktion von “Krieg der Welten”. Waehrend Steven Spielberg mit Cast und Crew von insgesamt ueber 150 Leuten auf dem Set in New Jersey an der US-Ostkueste drehte, uebersah Muren etwa dieselbe Anzahl von Computerkuenstlern hier an der Westkueste. – Ein Drittel des Films – mehr als vierzig Minuten – besteht aus Special Effects.

“Ich musste alle daran erinnern, wie gross alles ist, wie schnell sich alles bewegt, weil in Wirklichkeit nichts da ist,” erklaert Muren. “Nach so vielen Movies zusammen haben Steven und ich unsere eigene Sprache. In unserer Vorstellung sehen wir sofort dieselben Bilder vor uns. So arbeiten wir wirlich sehr, sehr gut zusammen. Sobald die Szenen abgedreht sind, beginnt fuer uns die Arbeit. Ein paar Mal pro Woche zeigen wir Steven unsere Images, um ein Feedback zu haben.”

Die Invasion der Ausserirdischen hat begonnen. In einem Minivan fluechet Tom Cruises Charakter, Ray Ferrier, mit seinen Kindern vor dem sich anbahnenden Desaster. In dieser Endfassung ist kaum zu erkennen, was real gefilmt wurde und was computergeneriert ist. Genau genommen ist es eine komplizierte Mischung aus beidem. Murens Kollege, Grafikdesigner Chad Taylor benutzt die Software “Inferno”, um die Explosionen, den herabstuerzenden Tanklaster und die Zerstoerung von Haeusern und Bruecke digital zu kreieren. -Das Rohmaterial, dass er von Spielbergs Dreh bekommt, sieht voellig harmlos und undramatisch aus

Cruises Haus und das des Nachbarn wurden als zirka ein Meter hohes Modell detailgetreu nachgebaut. Die Zerstoerung filmte man vor einer Blue Screen mit mehreren 35mm Kameras. – Computerkuenstler zeichneten ein dreidimensionales Raster des gesamten Sets inklusive der Bruecke.

Gleichzeitig rekreierte man den Blickwinkel der Filmkamera, mit der Spielberg die Szene am Set drehte. Das Raster war spaeter eine unentbehrliche Orientierungshilfe, als die Phasen der Zerstoerung Bild fuer Bild mit dem urspruenglichen Hintergrund ersetzt wurden. Mehr als fuenfzig Computergrafiker arbeiteten vier Monate, um die Bruecke zum Einstuerzen zu bringen und das darauf folgende Chaos fuer die Szenen zu inszenieren.”War of The Worlds” ist eigentlich eine einfache Story, in der es ums Ueberleben geht,” sagt Regisseur Steven Spielberg. “Ein Vater versucht, seine Kinder vor ganz aussergewoehnlichen, unnatuerlichen Geschehnissen zu retten, die die Welt zu zerstoeren drohen. Er folgt dabei seinen ganz elementaren, menschlichen Instinkten. Es ist eine Odyssee, die in New Jersey beginnt und in Boston endet.”

Inferno erlaubt es dem Nutzer, verschiedene Einstellungen gleichzeitig zu bedienen. Zum Beispiel kann man Farb- oder Kontrastkorrekturen machen waehrend man gleichzeitig an einer (Blue Screen)-Maske arbeitet. – Mit Hilfe der Maske integrierten Chad Taylor und sein Team die Zerstoerung der Miniaturhaeuser durch den herabstuerzenden Tanklaster in das Originalfilmmaterial. Unverwuenschte Objekte, zum Beispiel Sandsaecke, die versehentlich mit in die Filmaufnahmen geraten waren, liessen sich mit einer anderen ‘Maske’ isolieren. Die Uebergaenge lassen sich ganz nach Belieben haerter oder weicher einstellen. Dennis Muren erklaert: “Bei unserer Arbeit ist es sehr wichtig, daran zu denken, dass wir Spielberg bei seinen Dreharbeiten nicht mit unseren Problemen belasten. Technische Probleme gibt es hier laufend. Ich bin dafuer verantwortlich, diese Probleme zu beheben. Ein Teil meiner Aufgabe ist es, ihm die Freiheit zu geben, seine Ideen umzusetzen. Die duerfen natuerlich nicht zu verrueckt sein. Wir muessen immerhin innerhalb eines bestimmten Budgets arbeiten.” Ohne Dennis Muren und seinem kreativen Special Effects Team waere es Spielberg niemals gelungen, einen Action-Film von dieser Dimension innerhalb von nur zehn Monaten fertigzustellen. Ueber ILM’s neuste Software “Zeno” wollte Dennis Muren noch nicht sprechen, da sie erst zu 60% fertig ist. Zeno erlaubt es Nutzern, verschiedenste Aspekte der Special Effects Produktion zu kombinieren. So kann z.B. EIN Computerkuenstler an Licht, Blue- Screen-Effekten, Explosionen und viele anderen Special Effects mit nur einer Software arbeiten. – Uebrigens ist Dennis Muren das einzige lebende Mitglied der ‘Academy’ (…. of Motion Picture Arts and Science), das so viele Goldstatuen (wie gesagt – acht Oscars) besitzt wie er.

Bericht: Silke Sippel

Kamera u. Schnitt: Krikor Haladjian

3sat/neues


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Etsy

Posted in DOCUMENTARIES, NEWS FEATURES, REPORTS on March 9, 2010 by sevencrowsfilms

“Etsy: Kunst und Handgemachtes im Web 2.0”

Bericht: Silke Haladjian

Kamera u. Schnitt: Krikor Haladjian

Noch vor zweieinhalb Jahren studierte der Amerikaner Robert Kalin Philosophie und antike Geschichte, eine Fächerkombination, die in den Vereinigten Staaten eher eine bescheidene Existenz verspricht. Um sein schmales Budget aufzubessern begann er, Fotos und selbstgebaute Möbel online zu verkaufen. Ein schwieriges Unterfangen, wie er bald feststellte.

Es gab keine geeignete Webseite für seine Produkte. – So begann er, zusammen mit Freunden, eine eigene Webseite für Selbstgemachtes zu bauen, die er ‘Etsy’ nannte, wie ‘Betsy’ ohne ‘B’, oder – lateinisch – ‘et si’ = ‘what if’ = ‘was waere wenn…..’

Etsy: eine Art Ebay für Selbstgemachtes

Mary Andrews arbeitet normalerweise am PC, aber wenn sie Zeit findet macht sie Schmuck aus alten Silberbestecken. Sie ist Direktorin für Kommunikation bei Etsy.com, einem Online Shop für Selbstgemachtes. Im Zeitalter von anonymer Massenproduktion haben die Mitarbeiter des noch relativ neuen Webunternehmens die “ Do It Yourself”-Branche neuentdeckt. Es ist eine Nische, die bei Webusern, vor allem bei der jüngeren Generation und bei Frauen, auf großes Interesse gestoßen ist.

Etsy ist eine der ungewöhnlichsten und gleichzeitig erfolgreichsten New Yorker Startup-Unternehmen der letzten zwei Jahre: Eine Art Ebay für Selbstgemachtes und Kunst, ein Forum, auf dem Bilder und Fotos, Keramik, Schmuck und selbstgebaute Möbel gekauft oder angeboten werden können. Genau genommen ist Etsy mehr als nur eine Webseite: Es ist eine Plattform für Gleichgesinnte, überwiegend junge Leute, die große Ketten wie Walmart und Costco oder konsumorientierte Webseiten wie Amazon.com kategorisch boykottieren. Amerikas neue Generation lehnt es ab, möglichst viele Sachen ‘made in China’ oder ‘..Thailand’ im Sonderangebot zu kaufen.

Robert Kalin gründete Etsy vor zweieinhalb Jahren, zusammen mit seinem Freund Chris Maguire und zwei anderen. Rob entwickelte das Konzept für das neue Business, Computerspezialist Chris setzte die Ideen technisch um und kreierte in einem dreimonatigen Marathon die Webseite. “Ich war schon immer von den Möglichkeiten des Internets fasziniert”, erklärt Robert Kalin, der Gründer von Etsy. “Es hat unsere Welt grundlegend verändert. – Mein Vorbild ist Odysseus. Er war immer neugierig, neue Sachen zu lernen und Menschen zu verstehen. Als ich mich entschied selbständig zu werden stand fest, dass es kein realer Laden sein würde, sondern ein Internet Business.”

Hauptquartier in Brooklyn (New York)


Nicht nur Künstler und Musiker zieht es wieder nach Brooklyn, auch die Internet-Entrepreneure von Etsy leben und arbeiten in dem alten Stadtteil am East River. Auf der sechsten Etage dieses ehemaligen Fabrikgebäudes hat der Online Shop fuer Selbstgemachtes sein Hauptquartier. Rund die Hälfte der 47 Festangestellten sind Informatiker und Programmierer, die Etsys Webseite am Laufen halten. Fast täglich werden neue kreative Features hinzugefügt.

Website Desigener Chris Maguire beschreibt das neueste Feature von Etsy: “Die Time Machine wurde von unserem Super Flash Spezialisten Jared Tarbell entwickelt. Wir haben ihm einfach nur die Informationen gegeben. Es zeigt die neuen Angebote, die gerade ‘reingekommen sind. Man kann die Anbieter anklicken und die Hintergrundinformationen nachlesen. Er hat das wirklich sehr anschaulich gemacht. Das Format ist visuell sehr zugänglich und machen das Shoppen einfach.”

anbieten. Die Kommission beträgt 3,5%. Anders als bei den meisten anderen Online Shops bietet Etsy zahlreiche Feature, um Käufer und Verkäufer miteinander in Verbindung zu bringen. Jeder Anbieter hat ein Profil, in dem er sich und seine Arbeit beschreibt.

Kauf direkt vom Hersteller


Rob Kalin erklärt seine Philosophie so: “Das wichtigste waren uns die menschlichen Kontakte zwischen Anbieter und Kaeufer. Sie sind in direktem Kontakt miteinander. Und auch, dass man von der Person kauft, die das Produkt gemacht hat. Um diese Art der Kommunikaton möglich zu machen musste unsere Webseite einen sehr persönlichen Touch haben.”

Mary, Jared und Danielle organisieren regelmäßig Etsy Labs, in denen Ladenbesitzer in einer Life Konferenz Fragen stellen können und Hilfestellung beim Design und der Organisation ihres online Schaufensters bekommen. Auch legale und geschäftliche Details werden hier und auf anderen Foren besprochen.

Wer hätte gedacht, dass sich im 21. Jahrhundert noch Geld mit Selbstgemachtem verdienen lässt? – Im vergangenen Jahr wurden 1.9 Millionen Produkte auf Etsy verkauft, im Wert von 26.5 Millionen Dollar. Und anders als bei herkömmlichen Online Shops können Käufer immer ihre individuellen Wünsche anmelden, sei die Farbe oder das Material für eine Mütze oder das Design für ein T-shirt. Für viele Etsy-Ladenbesitzer ist der Verkauf ihrer Artikel einen kleiner Nebenverdienst, aber es gibt bereits einige Dutzend Anbieter, die über 30.000 Dollar pro Jahr verdienen und ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf ihrer eigenen Produkte bestreiten können.

Bericht: Silke Haladjian

Kamera u. Schnitt: Krikor Haladjian

22.02.2008 / neues/3sat


Diablo Cody

Posted in NEWS FEATURES, REPORTS on March 6, 2010 by sevencrowsfilms

Diablo Cody
Bericht: Silke Haladjian
Kamera u. Schnitt: Krikor Haladjian

Eine Bloggerin geht ihren Weg

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Hollywood And The Holocaust

Posted in FILM, NEWS FEATURES, REPORTS with tags , , , , , , , , on March 5, 2010 by sevencrowsfilms


© Krikor Haladjian

« Le Liseur » avec David Kross, Kate Winslet, Stephen Daldry (gauche à droite)
Les grands studios américains réservent pour l’hiver le meilleur de leur production.
À cette saison, même Hollywood ne craint pas d’aborder des sujets graves, complexes.

C’est ainsi qu’il y a un demi-siècle, les studios californiens avaient  produit deux œuvres majeures sur la Shoah : « Anne Frank » et « Jugement à Nuremberg ». Depuis, cette nécessité intérieure de montrer au cinéma l’horreur de cette époque n’a jamais disparu. Il est vrai que les histoires de la Shoah ne pourront jamais toutes être racontées. En ce seul hiver 2008-2009, six films sont sortis sur ce seul thème, parmi lesquels « The Reader » (« Le Liseur »), adapté du best-seller du juriste et écrivain allemand Bernhard Schlink. Le film sera projeté hors compétition à la Berlinale dont il promet d’être l’un des temps forts. Il sortira sur les écrans allemands le 26 février et sera dans les salles françaises à partir du 1er avril 2009.
David Kross, étoile montante du cinéma allemand, est très convaincant dans le rôle principal. Il interprète Michael Berg, un lycéen de 15 ans qui tombe éperdument amoureux et découvre la sexualité. Hanna (Kate Winslet), receveuse de tramway, a plus du double de son âge. Elle ne lui dit rien de sa vie, le tient à distance sur le plan émotionnel, exerce sur lui une certaine domination. Lunatique, elle aime la voix de Michael et lui demande souvent de lui faire la lecture, en préliminaire. Un jour, elle disparaît… Huit ans plus tard, Michael, étudiant en droit, revoit Hanna à l’occasion d’un procès… sur le banc des accusés. Elle aurait travaillé comme gardienne dans un camp de concentration.
C’est la première fois qu’un auteur allemand fournit un sujet sur la Shoah pour un film américain. Annette Insdorf, critique de cinéma américaine enseignant à l’Université de Columbia, étudie depuis de nombreuses années le traitement et la réalisation filmique des sujets sur la Shoah. Elle a récemment fait paraître un nouvel ouvrage intitulé « Indelible Shadows: Film and the Holocaust »
« Metropolis » s’entretient avec Kate Winslet, Bernhard Schlink et Annette Insdorf : la représentation de la Shoah au cinéma a-t-elle évolué depuis les premiers films sortis il y a un demi-siècle.
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Un sujet de Silke Sippel
Cinematographie, Montage  Krikor Haladjian
Tel: 203 426 7770

Armin T. Wegner and Armenian Genocide

Posted in DOCUMENTARIES, NEWS FEATURES, REPORTS with tags , , , , , , , , , on March 5, 2010 by sevencrowsfilms

Fotos des Grauens – Armin T. Wegner

In Deutschland ist der in Elberfeld geborene Schriftsteller und Fotograf Armin T. Wegner heute weniger bekannt als im Ausland. Vor 90 Jahren war er als Krankenpfleger im osmanischen Reich stationiert. Im Spätsommer und Herbst 1915 wurde er zum Zeitzeugen des ersten Völkermordes des 20. Jahrhunderts, der in Konstantinopel begann.

Eineinhalb Millionen Angehörige der christlichen armenischen Minderheit fielen dem Terror zum Opfer. Die Ausrottung lief nach einem systematischen Plan ab. Zunächst wurden Angehörige der intellektuellen Elite hingerichtet: Allein am ersten Tag wurden 2.400 Professoren, Priester, Ärzte, Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler ermordet.

Um auf die grausamen Ereignisse aufmerksam zu machen begann Wegner, die Geschichten der Überlebenden aufzuschreiben und die Gräueltaten zu fotografieren. Heimlich schmuggelte er Hunderte von fotografischen Platten über die Grenze. Aber die Westmächte ignorierten seine Hilferufe. Kein einziges Bild wurde veröffentlicht, keiner seiner Artikel fand Beachtung. Ein Dringlichkeitsbrief an Woodrow Wilson blieb unbeantwortet. – Wegner wurde zum Dienst in den Cholerabaracken strafversetzt.

Zurück in Berlin wurde er Mitbegründer des “Bundes der Kriegsdienst-Gegner”. Im März 1933 appellierte er in einem Brief an Hitler, der Diffamierung und Hetzpropaganda gegen Juden Einhalt zu gebieten … ‘es geht nicht um das Schicksal der jüdischen Brüder allein, es geht um das Schicksal Deutschlands!” schrieb er in weiser Voraussicht. – Wenige Jahre später (1938) beruhigte Hitler die Mitglieder seiner SS-Todesschwadronen in einer Rede: “Wer spricht heute noch vom Genozid an den Armeniern?”

Die Jewish Antidefamation League argumentiert heute, dass eine Veröffentlichung von Wegners Fotos und Berichten den Holocaust zumindest teilweise hätte verhindern können. Die National Armenian Library and Museum of America in Boston, die zahlreiche Fotos von Wegner ausstellt, schließt sich dieser Auffassung an.

Bericht: Silke Haladjian

Producer: David Haladjian

Kamera u. Schnitt: Krikor Haladjian

Für arte tv